Ismen und ihre Wirkung auf unseren Alltag

Was ist ein „Ismus“?
Ein Ismus ist ein Konzept, das auf bestimmten Sichtweisen beruht.
Dogmen, Paradigmen, Denkmuster, Denkvorgaben, nenne man es wie es wolle.

Ein Ismus begründet sich auf solchen -grundsätzlich immer GEISTIGEN- Grundlagen.
Er definiert eine EINSTELLUNG, eine BESTIMMTE Perspektive auf etwas, und lässt nichts Anderes gelten. Alles was aus dieser Perspektive nicht sichtbar ist, wird verteufelt und nicht ernst genommen.

Derweil bietet ein Ismus jederzeit die Gelegenheit, sich, bzw. sein Ego über ihn zu definieren und mit ihm zu identifizieren.
Tut man das, wird man zum einen ein Teil einer Gruppe von Gleichgesinnten. Das sind grundsätzlich IMMER die GUTEN. Zum anderen wird man Teil einer Gruppe von Gegnern, denn als solche nimmt man ab hier all die wahr, die die Welt aus einer anderen Perspektive sehen. Das sind grundsätzlich die BÖSEN. Und das Spiel ist immer das selbe:
Selbst Leute, die die Materie um die es jeweils geht gar nicht interessiert, kann man in solchen fällen nicht als neutral einstufen, eher sind das sie Schlimmsten von allen.
Auf diese Weise bauen sich Konstrukte auf die so groß werden wie z.B. Religionen oder Wissenschaften. Und man kann aus ALLEM einen Ismus machen.
Dazu muss man nur etwas völlig Unbedeutendes wie zum Beispiel Hautfarbe als wichtig genug darstellen um sich darüber austauschen, streiten, spalten, kriege führen kann.
Natürlich auch versöhnen. Theoretisch. Wenn man das möchte.

So sind am Ende alle Ismen entstanden.

Im Speziesismus geht es darum, dass eine Spezies wichtiger und mehr wert ist als eine andere.
Im Sexismus geht es darum, dass ein Geschlecht wichtiger und mehr wert ist als ein anderes.
Im Rassismus geht es darum, dass eine Rasse wichtiger und mehr wert ist als eine andere.
Im Islamismus geht es darum, dass der Islam wichtiger und mehr wert ist als alles andere.
Im Katholizismus geht es darum, …  klar so weit?

Man kann -wie gesagt- aus jeder kleinsten Idee einen Ismus machen, dem man sich verschreiben kann und mit ihm identifizieren. Bis aufs Blut und in den Tod. Bei Komplettaufgabe jeder geistigen Bewegungsfreiheit und dem Komplettverlust der eigenen wahren Möglichkeiten.

 

Wie wirken Ismen in unserem Alltag?
Vor allem: Effektiv!
Sie lassen uns selektiert Dinge als wichtig erklären, wodurch für uns andere Dinge völlig unwichtig werden, wodurch wir sie nicht mehr beobachten können und dadurch große Konfusion entsteht. Man verliert sehr schnell den Überblick über das, was gerade um einen herum passiert und sich selbst im Detail seiner eingeschränkten Sichtweisen.

Eine Rettung wäre quasi IDEOLOGIEFREIER DOGMATISMUS, was sich im Wesen widerspricht weil ein Dogma eine Ideologie IST. Wenn ich mich schon mit was identifizieren muss, weil ich nicht gewohnt bin das nicht zu tun (zu etwas einfach KEINE Meinung zu haben) dann bekenne ich mich zu einer ganz bestimmten Ideologie, nämlich KEINER.

Klingt komisch, ist aber so.
Unterwerfe ich meinen Verstand einem Ismus, werde ich zum Isten. Dann bin ich Buddhist oder Rassist oder Sexist oder Faschist oder Nationalist oder auch Polizist oder Spezialist oder Aktivist. Viele Isten heissen auch ganz anders. Bayern-Fan oder Deutscher, oder Trump-Befürworter oder „Mitglied der Mai-Jugend Seppelshausen“… Zum Isten wird man durch die innere Haltung, die man einnimmt, und das im jeweiligen Fall in der Intensität, die man selbst der Sache an Wichtigkeit beimisst. Je wichtiger etwas wird, je mehr man sich mit etwas identifiziert, desto mehr spaltet man sich dadurch vom Rest der Welt ab, der nicht zum „Verein“, besser gesagt zur „Sekte“ nicht dazu gehört. Über die man sich dann meist aber definiert, weil man sich dadurch eben BESSER fühlt. In diesem Spiel gehört es dazu, sich selbst möglichst gut darzustellen, vor sich selbst vertretbar zu machen. Leider funktioniert das in diesem Spiel immer nur mithilfe der passenden Gegenseite, über die man sich erheben kann. Und es ist immer so intensiv, wie man es emotional mitspielt.

Das bedeutet zum Beispiel, dass als „Rassisten“ alle zu verstehen sind, die in irgendeiner Form emotional (über)reagieren, wenn das Thema „Rasse“ auf den Tisch kommt.Weil andere, denen die Rassenfrage keine Rolle spielt, da völlig gelassen mit umgehen können, weil sie keine entsprechende Angriffsfläche bieten. Die eben aus entsprechenden Sichtweisen/Dogmen bestehen, die angegriffen werden können.Sagt einer zu dem entsprechenden Thema etwas „Unpassendes“, bekommt er es gleich mit der Keule. Es gibt Dinge, die „sagt man nicht!!“ Mit doppeltem Ausrufezeichen!!

Das Ding ist nämlich, dass (Beispiel) Rassismus überhaupt nur ein Thema sein kann durch die entsprechende Gegenbewegung.

Wie die Antifa, die sich als das Gegenteil der Faschisten empfindet, aber eben in diesem Spiel VOLL mitspielt (was man durch die Angreifbarkeit eben mitunter sehr deutlich zu spüren bekommt.. und dann drunter leidet…)
BEIDE spielen das Rassismus-Spiel, die einen als die Protagonisten, die anderen als die Antagonisten, und das auf beiden Seiten jeweils spiegelverkehrt! Jeder denkt, er ist auf der GUTEN Seite, und die Anderen sind die BÖSEN.)

Das Problem für die meisten ist, dass ihnen nicht bewusst ist, dass sie Rassisten sind.

Das erinnert mich selbst an gewisse „Diskussionen“ mit Schwarzen, in denen ihnen die Argumente ausgingen und sie irgendwann mit „das sagst du doch jetzt nur weil ich schwarz bin!“ konterten, was mit dem vorangegangenen Thema nicht das GERINGSTE zu tun hatte.
Mach diese Leute dann in dem Moment mal darauf aufmerksam, dass das gerade aber sehr rassistisch von ihm war, mir aufgrund meiner Hautfarbe solcherlei Ding zu unterstellen.

Die weit aufgerissenen Augen, die dann leicht rot anlaufen, sind bei allen zu finden.
Wie ich mich wagen könne, IHN einen Rassisten zu nennen, ER sei schließlich Teil einer geknechteten Minderheit blabla. Naja, ich war nicht der, der die Hautfarbe auf den Tisch geschmissen hat, und wenn man Glück hat, sehen unsere dunkelhäutigeren Brüder das mitunter plötzlich selbst, und können auch lernen, GELASSEN mit solchen Dingen umzugehen, indem sie drüber stehen und sich EGAL sein lassen, was irgendwer von irgendwem anderen hält oder über ihn sagt.
So kann einem dann sogar mal egal werden was einer über einen selbst sagt.
Das ist ein großes stück Freiheit.. Aber dann ist man kein Ist mehr. Dann ist man einfach man selbst. Kein Teil mehr von einem Teil des Ganzen, sondern ein Teil des Ganzen. Dann kann man auf ALLE Sichtweisen zugreifen, die man so kennen lernt und kann sich frei durch sie hindurch bewegen.

 

Das ist aber aus ganz bestimmten Gründen im Moment so wenig in Mode.
– Zum Ersten ist das worum es in diesem Artikel geht den wenigsten bewusst. Kaum jemand hat da mal drüber nachgedacht, geschweige denn lang genug, um sich darüber bewusst zu werden was das bedeutet und dann auch da rauskommt. (Es werden aber jeden Tag mehr!)
– Zum Zweiten gibt es tatsächlich Menschen unter uns, die sehr gut wissen, wie sie die anderen in diesen Spielchen gefangen halten, sie so spalten und gegeneinander aufhetzen und ihnen auf diese Weise all ihre Energie rauben, in welcher Form auch immer. Man nennt sie „die Mächtigen“ und spielt ihre Spiele jedes mal mit wenn man für irgend etwas Partei ergreift.
– Zum Dritten ist es diesen Dingen sehr dienlich, dass wir so eine Rechthaberei an den Tag legen und zu wirklich ALLEM eine Meinung haben müssen was uns ansatzweise wichtig erscheint. Das ist eine ziemlich dumme Angewohnheit. Dadurch haben „die Mächtigen“ so wahnsinnig leichtes Spiel mit allen Anderen.

Feldversuche zeigen, dass, wenn man einfach mal aufhört zu allem eine Meinung haben zu müssen und sich als teil irgendeiner Gruppe definiert, man automatisch wieder klarer im Kopf wird, wesentlich weniger Stress ausgesetzt ist und Zugang zu sich selbst findet.

Wenn wir uns über Freiheit unterhalten, sollten wir diese Aspekte nicht außer Acht lassen. 

Es gibt kaum effektivere Fesseln als Ismen, weil wir sie nicht sehen und meist auch noch selbst anlegen. Und warum? Nur weil wir das so gelernt haben, weil alle um uns herum das ganz selbstverständlich auch tun.

lest2020.de und bit.ly/FriedenRockt !!

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2 Gedanken zu “Ismen und ihre Wirkung auf unseren Alltag

  1. Hallo Lieber Bauchi, ich weiß nicht wie ich Dich aktuell erreichen kann, deshalb sende ich Dir meinen IMPULS für Deine Reise nach Mallorca HIER rein… kannst es ja löschen, wenn es nicht passt!
    Das wäre sicher ein spanendes Grundstück zum Mieten für deinen Event :
    22´000 m² Land aus Mallorca für nur 300.- Miete/Pacht.
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    Sonnige Grüße Petra

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