Wu-Wei

Ich mache, und das würden viele um mich herum unter Eid beschwören,
im Grunde GAR NICHTS.
Ich leb in jeden Tag hinein, schau aufmerksam was er mir mitbringt,
und was ich bis zum Ende des Tages damit gemacht habe.
Tagein, tagaus.. Jeden Tag das selbe Spiel.
Ohne dass es mir jemals langweilig würde..

Dabei lass ich mich einfach von meinem INTERESSE führen,
einfach immer der Nase nach,
in vollem Vertrauen darin, dass es mich DAHIN führt,
wo ich hin will.
Selbst, wenn es mich Wege gehen lässt die aussehen,
als würden sie mich in die komplett entgegengesetzte Richtung bringen..

Für Menschen die es gewohnt sind, zielstrebig zu sein,
und ihre Ziele möglichst schnell erreichen zu wollen
muss ich aussehen wie ein kleiner Junge,
der planlos durch die Gegend läuft.

Ich selbst habe auch tatsächlich das Gefühl,
wieder so zu leben wie ich das als Kind mal durfte.
Da hat keiner von mir verlangt, dass ich irgendwas hinterherjage.
DAS war etwas, was mir in meinem späteren Leben WIRKLICH zugesetzt hat.
Bis ich merkte, dass ICH das andere von mir verlangen LASSE,
und SELBST „schuld“ daran war, diesen Blödsinn mitgemacht zu haben.

Also leb ich in meinen Tag hinein, ERLEBE ihn.
Und geniesse… so oft und so viel ich nur kann.
Weil DAS mein leben wieder lebenswert macht.
Planlos, aber nicht ziellos.
Und mit viel Muße und Muse, weil ich etwas habe,
was all die Zielstrebigen eben NICHT mehr haben..
nämlich ZEIT.
Die spielt für mich nur noch eine eher untergeordnete Rolle.

Viel wichtiger ist für mich geworden,
das, was ich erlebe als erlebensWERT zu empfinden,
oder, wenn das nich geht, dem an der Stelle immer auftretenden Impuls zu folgen, mich einfach umzudrehen und etwas anderem zu widmen.

So bin ich ein Beobachter geworden,
der ausser beobachten eigentlich nicht viel tut.
Und DENNOCH passieren an meinem Tag so viele Dinge,
und so viel wird durch mich getan..

Ich male, musiziere, tätowiere, putze, giesse die Pflanzen, geh spazieren, erleb Natur, denke, komm nach Hause, schreibe Blogs, mach Videos… und vieles vieles mehr.
Derweil all das durch mich geschieht, hab ich selbst aber nicht den Eindruck, irgendetwas zu tun.. ausser meinen Impulsen zu folgen, zu geniessen und zu beobachten.

Andere wiederum erzählen mir dann die dollsten Gesschichten über mich und mein Tun.
Die einen schöne, die anderen unschöne,
jeder eben DAS, was er gerade gemäss dessen was er wahrnimmt
in mir sieht, und das ist so individuell wie alles andere.

Inzwischen hab ich den dazu hilfreichsten Punkt aber auch begriffen:
All das sind nur VERSIONEN von mir.
Interpretationen, sehr abhängig vom jeweiligen Betrachter.
Für den einen ist ein Video von mir der größte Quatsch,
für den anderen enthält es eine Lösung für eins seiner Probleme,
und wo der eine mich verflucht, mit dem Video seine Zeit vergeudet zu haben (obwohl er es selbst angeklickt hat),
schreibt mir der andere in seinem Feedback von Danbarkeit und Wertschätzung.
BEIDE haben das GLEICHE Video gesehn!

Also brauch ich nur eins zu tun..
Nämlich weiter NICHTS.
Vor allem EINS nicht:
Mich mit irgendeiner dieser VERSIONEN von „mir“ zu IDENTIFIZIEREN!!

Ich B I N NICHTS von alledem,
und trotzdem ALLES davon.
Und heute WEISS ich das.
(Ich hab mich wieder dran erinnert, könnte man sagen)

Und ich TU nichts,
und dennoch offensichtlich wohl!

Und bei jedem anderen ist es genauso!

Mein langjährig verstorbener Freund LaoTse nannte den Zustand,
in dem man ALLES tut, indem man NICHTS tut das WU-WEI.
Tantra ist nichts anderes.
Tantra ist die höchste Meditationsform des Zen,
und in ihr geht es um das gleiche:

Das NICHT-TUN.
Nicht das NICHTS tun im Sinne von herumgammeln
(wobei man auch dazu ausreichend Gelegenheit findet,
aber im Garten Eden wird das schnell langweilig)

Mein langjährig nicht verstorbener Bruder Jesus
sprach auch davon, sogar ein wenig deutlicher.
Das „Handeln ohne HINTERGEDANKEN“ nennt er es,
wie man es im Thomas-Evangelium noch heute
ohne römisch-katholische Änderungen und Zensur lesen kann.
(Hintergedanken bewegen einen dazu,
Dinge zu tun, um durch sie etwas zu bewirken.
Das führt aber fast zwangsläufig zu größeren oder kleineren Enttäuschungen, vor allem wenns 99 mal geklappt hat und dann erst beim 100sten mal die andere Seite zeigt.)

Und viele viele mehr.
Castaneda, Krishna, Krishnamurthi, Ghandi (seine „Gewaltlosigkeit“ beruht auf der exakt gleichen Idee), Mohammed, Zarathustra, die Veden, der Gilgamesh-Epos, selbst im Alten Testament findet man immer wieder Hinweise darauf.. hier meist versteckt hinter den Worten „an Gott glauben/vertrauen“..
Und ALLE davon in ihrer ganz eigenen Sprache und Ausdrucksweise.
Damit für JEDEN von uns es verständlich gesagt wurde!
Legt man ihre Kernaussagen zu diem Thema aber mal wie Schablonen übereinander.. versteht man sie auf einmal ALLE:

(in MEINEN Worten:)
Es existiert etwas, das GRÖSSER ist als wir ALLE,
das sich durch UNS ALLE erfährt.
Das wir ALLE bilden, weil wir ALLE es SIND.
Ein ORGANISMUS sind wir, der aus unzähligen Zellen besteht.
Die ALLE das was wir hier erleben ANDERS erleben,
weil DADURCH ERLEBT wird.
Und DADURCH wird GELEBT.
Das Universum, Gott, ALL-ES, Alles was ist, das EINE, die LIEBE, das LEBEN, die Quelle, den Ursprung allen Seins, etc.pp, egal wie es in DEINER Sprache heisst
ERLEBT sich hier und jetzt durch uns alle.

Und im Frieden und Einklang, und damit im „Garten Eden“ ist,
wer dieses grosse und ganze wieder wahrzunehmen vermag.
Weil ihn das aus der dualistisch geprägten Denkweise holt,
mit ihren Gegnern und Kriegen und all den Problemen.
Die alle ohne diese Spaltung gar nicht möglich wären.

Und es präsentiert sich jedem, der sich dafür öffnet.

Den Religionen haben wir unter anderem zu verdanken,
dass genau DIESE Wahrheit SOOO verdreht worden ist,
dass eine lange LANGE Suche nach zwei Personen begonnen hat:
Nach Gott und sich selbst.
Die auf diese Weise getrennt wurden, und man keinen Zugang mehr dazu hatte, dass beide im Grunde EIN UND DAS SELBE sind.
Für den Vatikan sind solche Worte deswegen reinste Blasphemie
und gelten als Todsünde. Was für den Vatikan in der Vergangenheit als Befugnis reichte, all die in den Tod zu schicken, die solche Worte aussprachen.

Dennoch offenbart sich „Das Universum“ überall dort,
wo man ihm die Türen öffnet, es Interesse geschenkt bekommt,
wo er ERWÜNSCHT ist.
Aufdringlichkeit hat es nicht nötig, weil es ALLES ist was IST.
Eben anders als all die die denken sie wären JEMAND.

Und dann gehen so einige Dinge miteinander einher..
Es wird vieles auf einmal klarer.
Alles wird auf einmal ruhiger.
Man fängt automatsich an mehr zu beobachten und erwischt sich immer öfter mit einem Lächeln dabei, sich selbst zu reflektieren.
Man sieht auf einmal immer deutlicher, dass alles was geschieht eine URSACHE sowie einen SINN hat, dass die Dinge die geschehen PROZESSE bilden, die man wie Geschichten lesen und auch erzählen kann, dass nicht immer alles so schlimm ist wie man es interpretieren KANN, was man irgendwie auf einmal auch gar nicht mehr WILL, und STÜCKCHEN FÜR STÜCKCHEN, jeden Tag ein WENIG mehr, aber manchmal sehr DEUTLICH spürbar, und für jeden so, wie er es auch verkraften kann offenbart sich das Grosse Ganze wieder jeder einzelnen seiner Zellen, die es IST, und das sie SIND.
Da muss man gar nichts weiter zu tun!
Vor allem MUSS man nicht nur nichts tun,
sondern man KANN de facto nichts anderes tun.
Also BRAUCHT das auch keiner mehr.

Je mehr jeder einzelne sich selbst erlaubt,
auch abseits der gewohnten Bahnen zu denken,
desto mehr kann sich das zeigen,
vor dem wir aus welchen Gründen auch immer die Augen verschlossen haben, weswegen wir es eben nicht sehen können.

Sieht hier noch jemand ausser mir die LOGIK dahinter?
Unsere TABUS sind die SCHEUKLAPPEN, die uns so BLIND machen.
Und unsere Hintergedanken sind es, die uns immer wieder genauso blind machen für die WAHRHEIT, dass JEDERZEIT ALLES IST. ALLES!
Siehste nich?
Dann weisste jetzt warum!

Und wie immer bitte nich belehrt fühlen,
ich schreib das wie immer vor allem MIR.

Fazit:
Hintergedanken ablegen
(nicht mehr tun, UM was zu ERREICHEN
sondern einfach)
GENIESSEN und BEOBACHTEN,
was vor Deiner Nase läuft
ist die SHOW des Universums,
das DU SELBST genauso BIST wie ALLES um dich herum.

DURCH DICH wird etwas erlebt.
DU KANNST NICHTS TUN!
Konntest du noch NIE.
Also..
Lass es doch einfach mal,
und gib dir selbst die Gelegenheit,
zu sehen,
WIE VIEL dann DENNOCH DURCH DICH passiert..
Du wirst GROSSE Augen machen 🙂

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2 Gedanken zu “Wu-Wei

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