Gedanken-Hygiene

„Ich sollte mal wieder öfter schreiben“, denk ich in der letzen Zeit immer öfter.
„Ich sollte mal wieder öfter Videos machen“, fast genau so oft.

Das Ding ist, dass mir das Schreiben und Videos machen nicht nur dabei hilft, meine Gedanken festzuhalten, sondern sie zu verlangsamen.
Und ich merke immer wieder wenn ich länger nicht schreibe oder Videos mache, dass sie wieder an Fahrt aufnehmen und in rasender Geschwindigkeit durch meinen Kopf rasen, so dass mir fast schwindelig wird und ich das Gefühl bekomme, nicht mehr mitzukommen.
Sobald ich wieder anfange, mehr zu Schreiben, desto mehr hab ich wieder das Gefühl, mehr mit meinen Gedanken anfangen zu können.
Weil sie einfach wieder greifbarer werden.
So wie jetzt gerade.

In meinem Kopf passiert ständig etwas, manchmal sogar das grosse NICHTS, und das ist auch gut so. Ich glaube ich fände es befremdlich, wenn die Gesamtfunktion meines Kopfes und sein Teil meiner Wahrnehmung plötzlich völlig ausfallen würde.

Früher hatte ich immer das Gefühl, ich denke zu viel.
Heute hab ich eher den Eindruck, dass das gar nicht geht.
Dass ich damals allerdings einen Haufen überflüssiger Gedanken im Kopf hatte würde ich dennoch unteschreiben.
Wie kann das sein, dass man nicht zu viel denken kann und dennoch zu viel denken kann?
Wenn ihr mich fragt, liegt der Unterschied nicht in der Masse der Gedanken oder ihrer Anzahl, sondern in ihrer Qualität.
Es gibt Gedanken mit denen ich mich wohlfühlen kann,
und welche, mit denen mir das mitunter extrem schwer fällt.

DIESE Gedanken, bei denen ich mich NICHT wohlfühlen kann,
die dafür sorgen, dass ich mir Sorgen mache,
dass ich mich KLEIN und UNWÜRDIG fühle,
die mich bremsen und beschränken,
mich schwach und hilflos machen,
die sind es, die ZU VIEL sind,
wenn ich den wunsch habe mich wohlzufühlen.

Wenn ich aus jedem Tag das größtmögliche Drama machen möchte,
sind sie SPITZE!
Nur will ich das schon ne Weile lang recht bewusst nich mehr,
also sind sie mir einfach nich DIENLICH und gehören deswegen aus meinem Denkapparat subtrahiert.

Wie mach ich das aber?
Indem ich schreibe.
Und LESE was ich schreibe.
Und in mir nachfühle, wie es mir dabei geht wenn ich das lese.
Fühl ich mich wohl, ist der Text „sauber“, und ich merke wie ich in der Folge die in einem Text geschriebenen Worte und Phrasen automatisch in mein gesprochenes Wort übernehme.

Ich übe durch das Schreiben quasi das Sprechen.
Und ich liebe meinen Computer dafür, dass er mir die Möglichkeit gibt, bestimmte Dinge, wenn ich sie geschrieben und gelesen habe einfach zu löschen und sie neu zu schreiben.
Das gleiche zu sagen was ich sagen wollte,
aber so, dass ich mich damit wohl fühlen kann.

„Was soll ich mich darüber aufregen,
da fühl ich mich auch noch schlecht deswegen..“
Ein kleiner Satz, den ich sehr zu schätzen weiss!
Weil er, wannimmer gedacht, seine Wirkung hat.

Ich weiss überhaupt in der letzten Zeit immer mehr Dinge zu schätzen, auf die ich jederzeit Zugriff habe. Und das sind oft „kleine“ Dinge, wie die Fähigkeit, dem Summen der Bienen oder dem Vogelgezwitscher zu lauschen, oder einen Duft wharzunehmen, den eine Blume in meiner Umgebung von sich lässt.
All das konnte ich früher nicht wahrnehmen, oder nur sehr schwer,
weil dafür sehr wenig Raum geblieben ist, weil die „dummen“ Gedanken so viel davon eingenommen haben..

Und so kommt es, ohne dass ich mir einen Zacken aus der königlichen Krone hätte brechen müssen, dass ich heute viel öfter denke: „mein Gott, ist das SCHÖN!“ als „verdammte Scheisse!“.
Erkennst du den Unterschied?

Das Ding ist, dass das was ich als „Materie“ wahrnehme,
sich immer und IMMER WIEDER an DAS anpasst, was ich denke.
Früher dachte ich unter anderem auch, das sei genau anders herum.
Ich dachte, die Materie is wie sie is, und ich muss gucken wie ich damit parat komme.
Heute SEHE ich aber, dass wenn ICH aus MIR HERAUS „SCHÖN“ wahrnehme (weil ich das „WILL“), die Materie gar keine andere Wahl hat, als sich MIR schön zu präsentieren.. Da kann sie ZEIGEN was sie will.
Wenn ich mich WEIGERE, irgend etwas noch schlecht zu reden,
werde ich in ALLEM etwas Positives, Aufbauendes, Schönes finden.

Und DAS.. und NUR das..
macht mir heute mein Leben so schön.
Es ist und bleibt eben DOCH alles (ALLES!!!)
eine Frage der SICHTWEISE.

Und so drängt sich in meinem Kontext in den letzten Wochen ein bestimmtes Wort immer mehr in den Vordergrund:
Gedankenhygiene

Und ich muss NICHTS tun.
Allein dass ich dieses Wort als HELFEND empfinde, macht es zu etwas Helfendem.. und so tut es ganz von selbst seine Wirkung, und lässt vor meinem geistigen Auge ein Rotes Alarmlicht aufleuchten wenn ich „unhygienische“ Gedanken denke..

Und.. um wieder zum Ausgangspunkt dieses Artikels zurück zu kommen..
genau hier macht es wieder Sinn, öfters mal zu Schreiben oder Videos zu machen.. weils ein echt TOLLES Training ist, das ich jedem nur empfehlen kann.
Und wer sich durch diesen Text zum Schrieben animiert fühlt,
der sei auch gleich herzlich eingeladen, seine so festgehaltenen Gedanken zu veröffentlichen, sie mit anderen zu Teilen und ihnen zur Verfügung zu stellen..

Du glaubst nicht, wie viele SAUBERE Gedanken ich im Feedback zu meinen Texten gefunden habe, die automatisch ihre „unsauberen“ Pendants ERSETZT haben.
Unser Verstand ist TRAINIERT, Besseres und Höheres gegen Schlechteres und Niederes SOFORT einzutauschen.
Dazu braucht man allerdings Zugang zu etwas solchem.
Da aber eben das „Dumme“ Denken mit den dummen Gedanken so überaus in Mode ist und durch die Medien tagtäglich weiter vorgegeben wird, und zwar von den Nachrichten über die Werbung und Daily soaps bis hin zu sogar Unterhaltungs-Shows, haben die meisten Verstände nichts weiter einzutauschen.
Das ganze wird begünstigt durch eine Hemmschwelle, sich anderen als den bisher gewohnten Gedanken einfach mal zu öffnen. Meist stehen wir neuem bzw. für ungewohntem Gedankengut (Brainfood) erstmal sehr skeptisch gegenüber. Unsere persönlichen Tabus sind es, die uns meist den Blick auf das verwehren, was hinter unserem persönlichen Horizont liegt.
(Und mal unter uns, es ist anmaßend zu denken dass es IRGENDWEN gäbe, bei dem das nicht so wäre. Dieser Horioznt BESTEHT aus unseren Tabus.. bis HIER und NICHT WEITER geht UNSERE EIGENE KLEINE WELT)

So fängt die Gedankenhygiene bei der Auswahl des Futters an, mit dem wir unsere Köpfchen jeden Tag füttern. Brainfood eben.
So viele Menschen achten auf gesundes Futter für ihren Körper,
vergessen ihren Geist aber völlig und wundern sich, warum sie trotz „gesunder Ernährung“ nicht glücklich sind/sich ständig unwohlfühlen.

Weil sie eben vergessen, dass sie nicht nur ihr Körper sind, der gefüttert werden will, sondern eben auch ihr Köpfchen, das genauso ALLES frisst, was man ihm vorsetzt.
Also sollte man sich gut überlegen womit man es füttert.

Und der Frage, was denn gutes Futter für MEIN Köpfchen ist,
werde ich mich in der nächsten Zeit noch einmal etwas interessierter widmen.
Es könnte sein, dass nichts weiter nötig ist als dieses interessierte Widmen, um im Oberstübchen Frühjahrsputz zu machen.
Was wäre, wenn es so einfach wäre?
Was, wenn es so einfach IST?
Und es nur kaum einer weiss, weil keiner drüber redet?

Nun.. wie immer..
gibt es nur EINEN Weg es heraus zu finden.
Ich gehe ihn.
Und berichte weiter,
was mir auf ihm so begegnet.

Wenn Dir zum Thema etwas durch den Kopf geht,
freu ich mich diese Gedanken bald hier als Kommentar lesen zu können.
Und wenn Dich auch interessiert, was andere so zu allem gerade Geschriebenen und Gelesenen denken,
dann schick den Link doch einfach mal rum und frag nach..
Wenn schon jeder seinen Senf zu allem dazu geben muss, dann kann man auch das nutzen.. 😉

Advertisements

Ein Gedanke zu “Gedanken-Hygiene

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s